Musikgruppe

Previous Image
Next Image

Wer bildet die Musikgruppe? Zur Zeit sind es Kinder und Jugendliche zwischen dem 3. Schuljahr und Universitätskandidaten, die Freitag für Freitag zur Pfarrei kommen und üben: Liedbegleitungen für die Sonntagsgottesdienste und die Erstkommunionfeiern auf Glockenspiel, Metalophon, Xylophon und Flöte. Auch mit Schlagzeugen wird begleitet. Dabei haben einige ihre Talente zum Flöte-Spielen entdeckt. So haben wir mit Hilfe von Vanessas Tenorflöte schon zweimal als richtiges Flötenensemble gespielt. Rafaela meinte: „Me encantó!“ (Das hat mir super gefallen!)

Vor einigen Wochen gab´s eine willkommene Unterbrechung, nämlich das Modell für den Blumenteppich für Fronleichnam auf das Gras im Pfarrgarten zu malen. Womit kann man auf Gras malen? Mit Kreidepulver. Aber am Ende war das weiße Pulver nicht nur auf dem Boden und an den Händen, sondern auch auf den Haaren und besonders beliebt auf den schwarzen Pullis. Falls ihr Lust habt mitzumachen, könnt ihr Euch einfach bei mir melden! Bald wird die Musikgruppe 30 Jahre alt; dann melden wir uns wieder.

Bis dann Gudrun Uhlenbrock

 

Oktober 2014 – 30 Jahre der jugendlichen Musiker von „San José“  

Marita (Pseudonym) Als ich zur Pfarrei San José kam, hatte ich nicht den leisesten Schimmer davon, was Freundschaft bewirken kann. Durch Vanessa und Gudrun wurde mein Leben zu einer schönen musikalischen Szene. Man könnte sagen, dass ich mich hier bildete zu dem, was ich bin; während all der Jahre sah ich viele Personen, die kamen und gingen, zum Beispiel: Luis Emilio, Eric, Carla, Margot, Katty, Ñurca,  Rafaela, Verónica, Ina,  Joel, Piero und viele andere, die wie Friedenstauben Frieden, Harmonie und viel Charisma zu dieser Gemeinde brachten, nicht zu vergessen die neuesten Mädchen Sofía, Nives und Zarely. Natürlich bin ich von Herzen dankbar für diese wunderbare Erfahrung. Nirgendwo fühlte ich mich so zu Hause wie in dieser Gruppe. Ich bin schon zwölf Jahre dabei, Zwischendurch war ich zwar drei lange Jahre abwesend. Aber ich habe vieles gelernt in dieser Gruppe, nicht nur ein Instrument zu spielen, sondern besonders, was eine wirkliche, selbstlose Liebe ist, die nichts zurückfordert, die mit andern teilt und – egal wie traurig oder allein du dich gerade fühlst, – die Musikgruppe ist immer da. Ich wünsche der Gruppe weitere 30 und viele glückliche Jahre mehr! Rafaela Na ja, ich bin noch keine 30 Jahre, aber ich habe mit 8 hier angefangen. Es war meine Mama, die mich fragte, ob ich nicht in die Gruppe gehen wollte.

Am Anfang wollte ich nicht. Ich hatte Angst …. . Ich konnte kein einziges Instrument spielen! Aber wenn du einmal drin bist, willst du nicht mehr raus. Du findest DEIN Instrument und auch neue Freunde. Und du freust dich, wenn es heißt: Wir gehen nach San Bartolo. Schade, jetzt können wir nicht mehr dahin; aber solange deine Freunde dabei sind, ist es egal, wohin wir gehen. Ich spiele Flöte. Zuerst konnte ich nichts, wie gesagt, aber nach und nach habe ich gelernt zuerst die C-Flöte, dann die Altflöte, besser gesagt, ich lerne immer noch. Ich finde es toll, wenn wir zusammen spielen, wenn die verschiedenen Instrumente zusammen klingen und eine Melodie bilden. Ich bin wirklich glücklich, Teil dieser 30 Jahre zu sein.

Ñurka Ich heiße Ñurka und bin 9 Jahre alt. Von klein an bin ich in die deutsche Kirche San José gegangen. Die Kirche hat ein „Orchester“ und ich spiele dort seit meinem 5. Lebensjahr, also 2009 bin ich dazugekommen. Nach dem Schulunterricht ging ich in die Messe. Eines Tages sah ich ein junges Mädchen, Vanessa, die bei der Messe sang. Ich singe gerne und ich sang dann mit ihr. Sie hat mich eingeladen, ins Orchester zu kommen und seitdem bin ich dabei. Die Musik inspiriert mich. Ich spiele Metalophon und Flöte. Auch helfe ich gern ärmeren Personen. – Ich bin Missionarin , und du? Herzlichen Glückwunsch zu den 30 Jahren!

Joel Ich kam zuerst, weil ich es interessant fand. Momentan aber nicht mehr so sehr. Ich glaube, ich muss mal das Instrument  wechseln. Jetzt habe ich mit der Gitarre angefangen. Ich mag die Lieder und alles andere. Ich bin schon vier Jahre im Orchester. Es ist gut, weil man viele Dinge macht. Das Gute daran ist, dass man sich unterhalten und amüsieren kann, wir loben Gott und machen auch Ausflüge. Es gefällt mir auch, bei den Erstkomunionfeiern der Humboldt-Schule und anderer Schulen zu spielen.

Ina Ich bin zwar noch keine 30 Jahre, aber soll ich euch etwas sagen: Die Musikgruppe gefällt mir, ich bin gern im Orchester, ich entspanne mit der Musik, fühle mich frei und ich werde nicht aufgeben. Wenn ich im Orchester bei Gudrun und Vanessas bin, fühle ich mich wie ihre Tochter. Sie korrigieren mich, wenn ich etwas falsch mache. Mit meinem Freunden und der Musik bin ich glücklich.

Veronika Hallo, ich bin Veronika und ich bin noch keine 30 Jahre, aber die Musikgruppe schon. Ich komme hier her zum Üben, weil das lustig und schön ist. Ich sage lustig, weil wir immer lachen und spielen. Meistens lernen wir Musik und diese Musik spielen wir am Sonntag vor. Ich bin ungefähr zwei Jahre in der Musikgruppe; es macht viel Spaß und ich hoffe, dass noch mehr Kinder kommen und mitmachen.

Nives Im März 2014 bin ich zur Musikgruppe gekommen. Zuerst war ich ein bisschen schüchtern, aber langsam habe ich mich eingewöhnt und jetzt komme ich gerne, weil ich die Musik und die Lieder mag und ich jetzt viele Freunde habe, wie Rafaela, Veronika, Sofía, Ina, Ñurka, María, Gudrun y Vanessa. Ich komme gerne, weil wir auch spielen und viel Musik machen. Es ist entspannend und schön. Dank dieses Orchesters bin ich glücklich.

Sofia Warum ich komme? Weil mir die Musik gefällt und ich an Gott glaube. Mir gefallen auch die Lieder und es ist wunderschön, sie zu begleiten. Außerdem ist eine meiner Freundinnen in der Gruppe, Veronika. Wir spielen schöne Instrumente, z.B. Flöte, Xylophon und Trommel.  Es ist auch schön, wenn wir zu Weihnachten spielen und manchmal auch im Garten, wo der Papagei und die Katzen sind. Aber das Beste ist an Gott zu glauben, an Jesus und Maria.

Zarelly Ich will für Gott Musik machen, denn ich will zeigen, dass ich schon zur Erstkommunion gegangen bin und außerdem gefällt mir die Musik.Ich bekam eine kleine Orgel geschenkt, ich nahm Unterricht und lernte vieles. Aber jetzt will ich von neuem anfangen und Gott meine Liebe zeigen.

Arturo (Mitglied der Gruppe von 1997 bis 2007) „Was bedeutete dir die Musikgruppe?“ Stellt man mir diese Frage, so muss ich erstmal schweigen und nachdenken. Nicht, dass ich keine Antwort darauf hätte, nein, ganz im Gegenteil: das Problem liegt darin, dass es in meinem Kopf vor Antworten auf diese Frage wimmelt und mir eine nach der anderen, etwas chaotisch durcheinander einfallen. So muss ich, um diese Frage zu beantworten, erstmal meine Gedanken ordnen. So kristalisieren sich zwei Gedankenbündel, Antworten auf diese Frage aus verschiedenen Perspektiven, wenn man sie so nennen will, die ich gerne mitteilen würde: Das erste Gedankenbündel beschäftigt sich mit der Frage, was die Musikgruppe für mich persönlich, nämlich in Bezug auf meinen Lebenslauf  bedeutet. So fallen mir einige Stichworte, die metaphorisch für die Bedeutung der Musikgruppe für meinen persönlichen Werdegang stehen: Tür und Anfang eines Weges. Tür, denn durch die Musikgruppe habe ich einen ersten eigenen Zugang zum Gemeindeleben in San José und zum persönlichen Glauben gefunden, zwei Faktoren, die mich mehr geprägt haben, als ich damals nach der Erstkommunion 1997 mir hätte vorstellen können; Anfang, denn die Musikgruppe steht für mich am Anfang eines Weges, welchen ich bis heute noch gehe; eines Weges, der mich nach Deutschland geführt hat, eine zeitlang durch das Priesterseminar verlief und heute in Frankfurt am Main weitergeht. Wäre es nicht durch die Musikgruppe gewesen, hätte ich es schwer gehabt, den Beruf zu finden, der mich heute persönlich, intelektuell, geistlich und seelisch erfüllt: Theologie.

Die Musikgruppe aber bedeutet mir mehr als nur ein Durchgang oder ein Startschuss: die Musikgruppe ist für mich ein Ort persönlichen Wachstums und Selbstfindung. Ort persönliches Wachstums, denn als ich zur Musikgruppe kam, hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes „Hummeln im Hintern“. Gudrun aber sah in mir mehr als nur ein sehr unruhiges Kind, sie nahm sich die Zeit, mich Musik zu lehren und brachte mir mühsam ein Musikinstrument bei, welches ich bis heute noch sehr gerne spiele: Glockenspiel und später, als ich größer wurde, die größere Variante: Xylophon. So habe ich durch die Musikgruppe gelernt, welche Freude es mir persönlich bereitet, im Gottesdienst zu musizieren; diese Freude hat mich bis heute begleitet, wenn ich zum Beispiel im Kaiserdom zu Frankfurt den Kantorendienst übernehme. Darüber hinaus lernte ich die Musik als eine Form des Gebets kennen, die heute noch tief in meiner persönlichen Spiritualität und Gebet verwurzelt ist. Da muss ich immer wieder an einem Zitat denken, das Gudrun mir irgendwann vor einigen Jahren mit auf dem Weg gegeben hat: Wer singt, betet doppelt. So wurde die Musikgruppe für mich ebenfalls zu einem Ort der Selbstfindung.

Die Musikgruppe war und ist für mich bis heute dazu auch ein Ort der Begegnung. Durch die Musikgruppe habe ich einige wertvolle Menschen kennengelernt, die mein Leben bereichern in vielen Bereichen: Freunde, Seelsorger, Begleiter u.v.m.; ich will nicht wissen, wie mein Bekanntenkreis ohne die Musikgruppe heute aussehen würde und, Gott sei Dank, muss ich es auch nicht.

Das zweite Gedankenbündel, das ich erwähnt habe, beschäftigt sich mit der Frage, was die Musikgruppe für mich als Theologe bedeutet. So kann ich sagen, dass ich die Musikgruppe nicht nur als Selbstzweck sehe. Die Musikgruppe steht nicht für sich allein,auch wenn es gut ist, dass ihre Mitglieder miteinander Freude und Spaß haben, sondern sie steht sowohl im Gottes- als auch im Menschendienst. Im Gottesdienst, denn die Musik teht im Dienste der Liturgie, sie gestaltet sie und trägt dazu bei, dass die Feier der heiligen Eucharistie feierlicher wird, zur Ehre Gottes sozusagen; im Menschendienst aber auch, denn die Gottesdienstgemeinde wird jedes Mal erneut durch die Musk mit Freude und Frieden erfüllt. So treffen folgende Worte die Bedeutung der Musikgruppe und die der Kirchenmusik allgemein meiner Meinung nach genau auf den Punkt: Musizieren zur Ehre Gottes und zur Freude der Gemeinde.

Nun will ich diesen Text mit den Worten eines Psalmes beenden, der die große Bedeutung von Kirchenmusik und somit auch meiner lieben Musikgruppe nahe bringt: Psalm 150: Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner mächtigen Feste! Lobt ihn für seine großen Taten, lobt ihn in seiner gewaltigen Größe! Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, lobt ihn mit Harfe und Zither! Lobt ihn mit Pauken und Tanz, lobt ihn mit Flöten und mit Saitenspiel! Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit klingenden Zimbeln! Alles, was atmet, lobe den Herrn! Und ich würde dazu vielleicht noch einen Vers schreiben: Lobt ihn mit Glockenspielen, lobt ihn mit Xylophon und Metalophon!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA